Zitate-Ecke Sprache

Der wahre Weg geht über ein Seil, das nicht in der Höhe gespannt ist, sondern knapp über dem Boden. Es scheint mehr bestimmt stolpern zu machen als begangen zu werden.
(Franz Kafka)


Die Sprache? Das ist viel weniger als man glaubt, denn es gibt hundert Arten Deutsch, und ich glaube nicht, dass ein guter Schriftsteller und ein schlechter Richter dieselbe Sprache sprechen.
(Kurt Tucholsky)


Stilistisch, das heißt durch Kolorit (…) möchte ich fähig sein, alles mit Worten zu tun: hinreißende, glühende Beschreibungen wie Wells verfassen und Paradoxe benutzen mit der Klarheit von Samuel Butler, der Großzügigkeit von Shaw und dem Witz von Oscar Wilde. Ich möchte den weiten, schwülen Himmel von Conrad, die walzgoldenen Sonnenuntergänge und Flickendeckenhimmel von Hichens und Kipling ebenso darstellen wie die pastellfarbenen Dämmerungen von Chesterton. All das sind nur Beispiele. Tatsächlich bin ich ein literarischer Gewohnheitsdieb, der ganz heiß ist auf die besten Methoden eines jeden Schriftstellers meiner Generation.
(F. Scott Fitzgerald)


Die Deutschen beginnen alle Substantive mit einem Großbuchstaben. Das ist wirklich eine gute Idee; und eine gute IDee fällt in dieser Sprache schon wegen ihrer Seltenheit auf.
(Mark Twain)


Nichts ist einfacher, als sich schwierig auszudrücken, und nichts ist schwieriger, als sich einfach auszudrücken.
(Karl Heinrich Waggerl)


Ich versuche, alles zu vermeiden, was nach Literatur aussieht. Mein Ziel ist Einfachheit.
(Georges Simenon)


Schreibe kurz - und sie werden es lesen. Schreibe klar - und sie werden es verstehen. Schreibe bildhaft - und sie werden es im Gedächtnis behalten.
(Joseph Putlitzer)


Ein Text ist nicht dann vollkommen,  wenn man nichts mehr hinzufügen,  sondern nichts mehr weglassen kann!
(Antoine de Saint-Exupéry )


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Wenn es so weitergeht mit der deutschen Umgangssprache, werden die Bücher kommender Generationen nur noch gestottert
(Wolfgang Eckert)


Eine Sprache mit vielen Konsonanten ist wie ein Kartoffelacker. Eine Sprache mit vielen Vokalen ist wie ein Blumenbeet.
(Enrico Caruso)


Autoren sollten stehend an einem Pult schreiben. Dann würden ihnen ganz von selbst kürzere Sätze einfallen.
(Ernest Hemingway)


Wer über einen Gegenstand schreibt, sollte so schreiben, als bliebe über diesen Gegenstand künftig nur diese seine Schrift übrig.
(Ernst Bertram)


Nichts ist leichter als so zu schreiben, dass kein Mensch es versteht.
(Arthur Schopenhauer)


Ein Wort, ein Buch, ein Autor sind nichts als einzelne Wassertropfen. Alle zusammen ergeben den Strom, der alles hinwegreißt und den keine Kraft zurückfließen lassen kann.
(Adelbert von Chamisso)


Worte sind Luft. Aber die Luft wird zum Wind und macht die Schiffe segeln.
(Gotthold Ephraim Lessing)


Es kommt darauf an, aus hundert Sätzen zehn zu machen, nicht umgekehrt.
(Alfred Polgar)


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Die Gewalt einer Sprache ist nicht, dass sie das Fremde abweist, sondern dass sie es verschlingt.
(Johann Wolfgang von Goethe)


Man muss manchmal einen Ausdruck aus der Sprache herausziehen, ihn zum Reinigen geben - und kann ihn dann wieder in den Verkehr einführen.
(Ludwig Wittgenstein)


Worte sind wie Laub; wo sie im Übermaß sind, findet man selten Früchte darunter.
(Alexander Pope)


Wenn ich einen Satz mehrmals lesen muss, um ihn zu verstehen, zweifle ich daran, dass der Autor ihn verstanden hat.
(Curt Goetz)


Du hast so viele Leben, wie Du Sprachen sprichst.
(Tschechisches Sprichwort)


Sollten Ihnen meine Ausführungen zu klar gewesen sein, dann müssen Sie mich missverstanden haben.
(Alain Greenspan)


Stil ist richtiges Weglassen des Unwesentlichen.
(Anselm von Feuerbach)


Aphorismen sind Sätze, die mit dem Punkt, der sie beschliesst, Ernst machen.
(Albrecht Fabri)


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Der Gedanke ist es, der das Wort adelt.
(Gottfried Keller)


Erst kommt die Entwürdigung durch Worte, dann durch die Tat.
(Ernst Jünger)


Im Anfang war das Wort - am Ende die Phrase.
(Stanislaw Jerzey Lec)


Man kann nicht deutlich werden ohne Kenntnis. Man wird nicht deutlich ohne Leidenschaften.
(Friedrich-Georg Jünger)


Ein Satz von zwei, drei Sekunden Länge ist optimal. Kürzere Sätze wirken hektisch, längere Sätze anspannend und ermüdend. Wieso besteht eine Notwendigkeit, zwischen Subjekt und Prädikat mehr als zehn Wörter zu packen? Man kann solchen Sätzen nicht mehr folgen.
(Wolf Schneider)


Man nehme gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.
(Arthur Schopenhauer)


Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen.
(Samuel Butler)


Unsinnige Wörter dienen dem Mobilieren des Schweigens.
(N. Sarrante)


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Denn Literatur ist nicht ein Sonderfall von Sprache, eine abseitige oder abgehobene Textsorte; sie ist vielmehr die Erfüllung der Möglichkeiten, ja, die Einlösung der Versprechen, die in der menschlichen Sprachfähigkeit liegen.
(Burkhard Spinnen)


Das Verhältnis zum Wort ist primär, diese Beziehung kann man nicht lernen. Sie können Äquilibristik lernen, Seiltanzen, Balanceakte, auf Nägeln laufen, aber das Wort faszinierend ansetzen, das können Sie, oder das können Sie nicht.
(Gottfried Benn)


Wer eine Menge großer Worte gebraucht, will nicht informieren, sondern imponieren.
(Oskar von Miller)


Ich glaube, dass das Schreiben mit der Maschine der englischen Literatur mehr geschadet hat als alles andere.
(Edmund Wilson)


Poesie ist das, was bei der Übersetzung verloren geht.
(Robert Frost)


Wo die Sprache ... verarmt, wächst die nackte Gewalt. Wer sich nicht differenziert auszudrücken vermag, greift zum Knüppel.
(Günter Kunert)


Die Muttersprache ist das Vaterland der Schriftsteller.
(Jorge Semprun)